Museum Tour

Säle


Saal der Kassettendecke

An den Wänden sind vereinzelte architektonische Ornamente zu erkennen. Die hölzerne Kassettendecke ist in der Mitte durch eine vierlappige Fassung geschmückt, in der die Abbildung der sitzenden Jagdgöttin Diana in einer Feldlandschaft eingerahmt ist. Mit dem Bogen ausgerüstet, hat die Göttin zwei Hunde zu ihren Füßen, die getreuen Jagdgefährten.

Als Exponate befinden sich im Raum Zeichnungen, Grundpläne und Dokumente zur Baugeschichte des Palazzo, mit einbezogenem Stadtumbau, und zum gesamten Familienvermögen.

Saal der vielfarbendecke

Selbst wenn der Saal hauptsächlich durch die angemalte Holzdecke mit Medaillon in der Mitte gekennzeichnet ist, verdienen die wertvollen Verzierungen an den Wänden ihrerseits auch große Aufmerksamkeit.

Eine marmorierte Sockeltäfelung schmückt sie im unteren Teil; um Fenster- und Türöffnungen sind Voluten und Laubwerk vortäuschende Rahmen angemalt; am oberen Rand läuft um den ganzen Raum herum ein Fries mit üppigen Pflanzenornamenten, unter denen farbige Früchte hervorstechen.

Das Medaillon mitten an der Decke stellt die mythologische Gestalt von Endymion mit der Mondgöttin Selene dar, die auf ihn - der Sage nach - durch eine heftige Liebe versessen war. Etwas abseits ist eine Amorette gerade im Begriff, einen ihrer Pfeile abzuschießen und scheint damit für diese Liebe verantwortlich zu sein.

Im Raum sind Bildnisse berühmter Angehöriger der Familie von Salis ausgestellt, nebst historischen Dokumenten zur Adelstitelverleihung.

Saal von Apollo und Aurora

Der Raum wird nach den Gewölbefresken benannt: Durch den weiten blauen Himmel im Hintergrund, nur mit dünnen Wölkchen versetzt, scheint Apollos Wagen hinweg zu rasen, während Eos (die Morgenröte) und Eros, mit verbundenen Augen, zartfarbige Blütenblätter verstreuen.

Vorgetäuschte Bauwerke erheben sich zweistöckig vom oberen Rand der Saalwände und ragen bis zu einer Balustrade empor, die zum Innenraum hinunterschaut.

An den Wänden hängen acht Handzeichnungen des Veltliner Künstlers Antonio Caimi: Die Bilder wurden auf an Holzrahmen angeklebten Papierblättern angefertigt und dienten als Vorarbeit zu ebenso vielen Fresken (1837), die immer noch in der Pfarrkirche San Martino in Tirano zu sehen sind, bis sie dann in den Besitz vom Palazzo Salis übergingen, als Maria Caimi, Schwester des Malers, den Grafen Rodolfo von Salis heiratete.

Antonio Caimi wurde 1811 in Sondrio geboren und bildete sich als Künstler zuerst in Pavia und dann an der Mailänder Kunstakademie Brera aus. Als Porträtmaler war er sehr begehrt. Er befasste sich außerdem mit Archäologie und unterstützte dabei die Einrichtung eines Archäologiemuseums in Mailand; er nahm auch an zahlreichen Baudenkmalschutz- und Restaurierungsausschüssen teil.

1878 starb er in Mailand. 

Saal der Weltwunder

Bestimmt wurde schon der Historiker Herodot selbst durch die Pracht der Stadtmauer und der hängenden Gärten der Semiramis zu Babylon, wie auch durch die Pyramiden von Gizeh in Ägypten beeindruckt. Aus einer späteren Zeit stammen der Tempel der Artemis in Ephesos, das Grabmal des König Mausolos II. zu Halikarnassos, dessen Errichtung die verwitwete Gemahlin Artemisia veranlasste, und die goldelfenbeinerne Zeusstatue des Phidias von Olympia (sie gehen aufs 5.-6. Jahrhundert zurück). Etliche Jahrzehnte später noch wurden der Koloss von Rhodos und der Leuchtturm auf der Insel Pharos vor Alexandria gebaut.
Den herkömmlichen, oben aufgezählten "Sieben Weltwundern" wird hier noch ein achtes hinzugefügt, nämlich das Kolosseum.
Gekonnt hat hier der unbekannte Maler eine eindrucksvolle perspektivische Wirkung erzielt, indem er die acht Abbildungen in Bogenfelder eingerahmt hat, die abstufende Gesimse vor einem illusionistischen offenen Hintergrund aufweisen. Im Vordergrund stehen jeweils kleine, eigenartige Gestalten, die dem abgebildeten Zusammenhang passenden Beschäftigungen nachgehen.

Studio des Olymps

Ursprünglich als Vorraum zwischen der Zugangstreppe und dem Weltwunder-Saal gedacht, diente der kleine Raum eigentlich als richtiges Zimmer, mit entsprechend reicher und vielfältiger Bemalung. Sowohl die Decke als auch die Stichkappen sind mit Fresken verziert, die mythologische Motive darstellen, wie etwa auf Pferdewagen fahrende Gottheiten in lichterfüllten und weiten Landschaften. Unter anderen sind Zeus, Apoll, Merkur, Mars und Juno zu erkennen.

In den Vitrinen sind unterschiedlich datierte Fassungen der zivil- und strafrechtlichen Statuten des Veltlins ausgestellt.

Kaminsaal

Ein prächtiger Kamin kennzeichnet den Raum: hier gedenkt das angebrachte Wappen der Verleihung des gräflichen Adelstitel an Giovanni von Salis durch den Habsburger Kaiser Leopold I. (am 26. August 1694).

Beidseitig am Rauchfang halten zwei Putten je ein Glück bringendes Füllhorn; vorne sind die Symbolgestalten der Gerechtigkeit, mit Schwert bewaffnet, und der Tapferkeit, eine Säule haltend, zu erkennen.

Darüber halten zwei andere Putten das gevierte gräfliche Wappen: mit bewurzeltem grünen Weidenbaum auf goldenem Grund im ersten und vierten Feld, mehrfach von silbern und rot gespalten im zweiten und dritten Feld. 

Saal des Endimions

Die reinweißen Gewölbekappen stehen im gelungenen Farbkontrast zu den zartrosa Kragsteinen aus Stuck, die weibliche Gesichter mit Pflanzenornamenten und Voluten darstellen.

Umrahmt von einer Vierpassfassung ist der Mythos des Endymions abgebildet: der junge Mann wurde durch Zeus mit ewiger Jugend beschenkt und betörte die Mondgöttin Selene. Die Farbgebung betont die Sinnlichkeit der Hauptgestalt, während die Mondgöttin eine Goldockerfärbung aufweist.

Saal der Tüerken

Der Raum verdankt seinen Namen den vier eingerahmten Brustbildern im Gewölbefresko.
Auf einem gemalten krummlinigen Scheingesims stehen vier Atlanten, die in abwechselnder Folge mit den "Türkengesichtern" das vierlappige Medaillon mitten an der Decke tragen, wo mythologische Gestalten mit den jeweils üblichen Symbolen dargestellt sind: Zeus mit dem Adler, Juno mit dem Pfau und Merkur mit dem Merkurstab.
Alle sechs Stichkappen sind mit einem niedlichen Sujet bemalt: Mit einer einzigen Ausnahme sind alle Darstellungen ähnlich aufgebaut, und zwar durch eine Hauptgestalt in der Mitte, die jeweils die Jagd, den Krieg, die Andacht, die Weisheit und das Leben versinnbildlicht; das Bild mit mehreren Gestalten lässt an einen Familienparnass denken.

Saal der Telamonen

Vorgetäuschte Querbalken trennen die Wände vom Gewölbe ab, wo sich zwölf Stichkappen hinaus zum vorgespiegelten blauen Himmel öffnen, kaum bewölkt, und weit in der Ferne sind Landschaften zu erahnen. Zwölf Atlantengestalten mit unterschiedlichem Auftreten und differenzierten Gesichtsausdrücken nehmen das Gewölbe ein. Vier unter diesen tragen das achteckige Medaillon in der Mitte, in dem drei feiernde Putten wie im Tanz eine Goldkrone herbringen.

Saloncello

Beim Eintreten fällt gleich der prächtige Kamin auf, mit den in Stuckrahmen eingefassten Wappenbildern der Familien von Salis und von Wolkenstein, denen das Ehepaar Giovanni Stefano e Caterina jeweils angehörte.
Weitere Wappen von anverwandten Familien sind oberhalb der Zugangstüren angemalt, umfasst von üppigen Draperien.
Um die vier Wände herum läuft am oberen Rand ein breiter Freskenfries, in dem sich Veduten mit Gefäßen abwechseln und im Zwischenraum kleine Pfeiler mit weiteren Wappenschildern abgebildet sind.
Oben auf dem Fries stehen an den vier Ecken ebenso viele Atlanten, die eine erste Balustrade auf den Schultern tragen; darüber hinaus erheben sich Spitzbogenarkaden, durch die eine bemerkenswerte perspektivische Wirkung erzeugt wird.
Eine zweite Balustrade säumt die vorgetäuschte Laterne in der Mitte, die durch Scheinfenster die Öffnung zum freien Himmel wiedergibt. Im Mittelpunkt sticht die Bacchusgestalt hervor, auf Wolken sitzend bei wehenden Winden.

Hl. Karl Borromeo Kappelle

Die Familienkapelle, Karl Borromäus geweiht, weist eine ausgesprochen barocke Gestaltung auf und bestand schon Anfang des 17. Jahrhunderts. Ursprünglich gehörte sie dem Hauptmann Simone Venosta. 

Der Haupteingang befindet sich in der Via San Carlo, während die Familie vom Obergeschoß des Palazzo über die Laufbrücke oberhalb der Straße auf die Empore in die Kapelle hinein kam.

Das Kirchlein besteht aus einem einzigen Schiff und einer viereckigen Altarnische. Das Licht fällt durch ein dreiteiliges Fenster ein. Die Fresken am Gewölbe zeigen Medaillons mit Mariens Himmelfahrt, Franz von Assisi und Karl Borromäus. An den Wänden gedenken etliche Inschriften einiger Angehöriger der Familie von Salis: Giovanni Lucio, Maria geborene Caimi, Maria Teresa geborene Calvi, Gemahlin von Ulisse und Mutter von Rita Sertoli Salis.

Im mittleren Feld ist das Tonnengewölbe durch hellblaue und goldene, sechs-, achteckige und kreuzförmige Stuckkassetten verziert. Oberalb vom Chor sticht am Bogenscheitel das Familienwappen von Simone Venosta hervor, getragen von zwei Engelgestalten, mit dem Adler auf zweimal geteiltem Rot. Spiegelbildlich stehen am Triumphbogen die Familienwappen von Giovanni von Salis und Costanza de’ Perari. 

Öffnungszeiten des Museums
April bis Oktober: Besuche und geführter Rundgang : Montag bis Samstag: 10.00 bis 15.30 Uhr (letzter Eintritt um 15 Uhr)
November bis Ende März: Nur auf Vereinbarung für Gruppen
Es ist auch möglich die schönsten Säle vom Palazzo für ein Buffet- Mittagessen oder ein Gala-Abendessen zu mieten.


Für Informationen info@palazzosalis.com